Apotheken
Apothekenversandhandel wächst schneller als die Vor-Ort-Apotheke
Konsumenten nutzen die Versender insbesondere bei Wiederholungskäufen und zur Bevorratung. Zudem kaufen sie dort häufig sonstige Produkte aus dem Ergänzungssortiment wie beispielsweise Kosmetika. Wenn es aber um Beratung und Akutversorgung geht, zieht es auch Versandhandelskunden in die Apotheken vor Ort, belegt das Institut für Handelsforschung (IfH) in der Studie Die Studie "Versandhandel mit Arzneimitteln in Deutschland".
Im Vergleich zum gesamten Apothekenumsatz weist der Versandhandelsumsatz laut IFH-Studie ein überdurchschnittliches Wachstum auf: Während die klassische Vor-Ort-Apotheke seit 2000 einen jährlichen Umsatzzuwachs von durchschnittlich knapp vier Prozent realisieren konnte, sind die Versandhandelsumsätze seit 2004 um jährlich knapp 35 Prozent gestiegen.
Tendenziell nehmen die Wachstumsraten aber deutlich ab. So lag das jährliche durchschnittliche Wachstum zwischen 2008 und 2010 bei knapp 17 Prozent. Wachstumstreiber sind vor allem rezeptfreie Medikamente und sonstige apothekentypische Produkte des Ergänzungssortiments. Hier erzielen Versandapotheken mittlerweile einen Marktanteil von jeweils rund zehn Prozent. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln hingegen liegt ihr Marktanteil unter einem Prozent.
Auch wenn viele Verbraucher immer häufiger Arzneimittel im Internet bestellen - auf die Apotheke vor Ort verzichten möchten sie nicht. So stufen 93 Prozent der deutschen Bevölkerung die Präsenzapotheke als unverzichtbar ein. Pluspunkte sammelt diese vor allem bei klassischen Apotheken-Aufgaben: dem Einlösen von Rezepten, der Selbstmedikation, den Nacht- und Notdiensten sowie der Beratung zu Medikamenten, Beschwerden und allgemeinen Gesundheitsfragen. Diese Ansicht teilen auch Versandhandelskunden: Bei Beratungsbedarf oder wenn Arzneimittel kurzfristig benötigt werden, ziehen der IFH-Studie zufolge über 80 Prozent von ihnen die Präsenzapotheke der Versandapotheke vor.
Die Studie "Versandhandel mit Arzneimitteln in Deutschland" befasst sich mit Strukturen, Entwicklungen und Auswirkungen des Arzneimittelversandhandels in Deutschland sowie dem Beitrag der Versandapotheken innerhalb des Versorgungsauftrags der Apotheken. Zurückgegriffen wird dabei auf einen bevölkerungsrepräsentative Befragung von 1.005 Personen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren im September 2011.
www.ifhkoeln.de








